Das Gelände der Landesgartenschau 2024 aus der Luft. Foto: Christoph Thümmler

Landesgartenschau 2024 in Erlangen

Auf dem Bild freuen sich über die Zusage (von links nach rechts): CSU-Fraktionsvorsitzende Birgitt Aßmus, Parl. Staatssekretär Stefan Müller MdB, Camilla Lange, Altoberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis, CSU-Kreisvorsitzende Alexandra Wunderlich, Stadtrat Dr. Kurt Höller, Oberbürgermeister Dr. Florian Janik, Staatsministerin Ulrike Scharf MdL, Staatsminister Joachim Herrmann MdL, Ex-Bundesbauminister Dr. Dieter Haack und Baureferent Josef Weber /Foto: Albrecht Börner.

Landesgartenschau 2024 kommt nach Erlangen

Das teilte der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann gemeinsam mit der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf bei einem gemeinsamen Termin in Erlangen mit. "Ich freue mich für Erlangen. Neue stadtnahe und vielfältig nutzbare Grünflächen bringen den Menschen die Natur unmittelbar vor die Haustür. Das schafft Erholungsflächen für die Menschen und einen ökologischen Mehrwert für die Stadt. Das vorgestellte Konzept hat uns überzeugt. Allerdings sind noch weitere ökologische Optimierungen erforderlich", so Scharf. Die Stadt Erlangen will mit der Landesgartenschau eine neue naturnahe Erholungsmöglichkeit und einen neuen Stadtteil direkt am Stadtzentrum schaffen.
Herrmann freute sich über die Entscheidung: "Die Landesgartenschau ist eine einmalige Chance für Erlangen, die Stadtentwicklung voranzutreiben und neue städtebauliche Impulse zu setzen. Von dem geplanten Landschaftspark in der Stadt profitieren nicht nur der Tourismus, sondern vor allem die Bürgerinnen und Bürger vor Ort." Wichtiges Ziel ist die Verbesserung der zentralen Grünachse als Verbindung von der Stadtmitte über den Regnitzgrund zu den westlichen Stadtteilen. Auch soll ein neues Stadtquartier auf dem jetzigen Großparkplatz am Bahnhof errichtet werden. Darüber hinaus ist die Gestaltung einer naturbetonten Erholungsfläche auf der Wöhrmühlinsel am östlichen Rand des Regnitztals geplant. Diese in einem ökologisch sensiblen Landschaftsraum liegende Maßnahme ist gestalterisch sehr anspruchsvoll und wird deshalb in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachbehörden von Wasserwirtschaft und Naturschutz sowie den Naturschutzverbänden geplant. Zusätzlich soll es vielfältige temporäre Anlagen wie Blumen-Schauen geben.
Um die Landesgartenschau in Erlangen erfolgreich durchzuführen, sind aus Sicht des Umweltministeriums noch Nachbesserungen erforderlich. Damit soll insbesondere der ökologische Mehrwert der Gartenschau gesichert werden. Das Umweltministerium wird zu den voraussichtlichen Investitionskosten von knapp 16 Millionen Euro eine Förderung von bis zu 3,6 Millionen Euro beisteuern. Eine Kommission aus gärtnerischen Berufsverbänden, Umwelt- und Landwirtschaftsministerium sowie weiteren Experten unter anderem aus den kommunalen Spitzenverbänden, Landschaftsarchitekten und Oberster Baubehörde hatte sich nach einem Termin vor Ort sowie intensiven Gesprächen einstimmig für Erlangen als Landesgartenschaustadt 2024 ausgesprochen. Abschließend hat darüber das Umweltministerium im Benehmen mit dem Landwirtschaftsministerium entschieden.
Die Initiative, sich für die Landesgartenschau zu bewerben, wurde bereits in der Amtszeit von OB Siegfried Balleis ergriffen.

Eine Landesgartenschau 2024 für Erlangen - positiv betrachtet

Stadträtin Pia Tempel-Meinetsberger (Foto: Bernd Böhner)

Die Landesgartenschau ist eine große städtebauliche Entwicklungschance für Erlangen:

  • STADT: Erlangen verändert sich: Siemens-Campus, Universität, ICE-Strecke, mehr Wohnraum für mehr Bürger in verdichtetem Wohnraum, Bebauung des Großparkplatzes, ÖPNV mit Busbahnhof und Knotenpunkt S-Bahn/STUB
  • NATUR: Dazu die Forderung nach mehr Freizeitflächen für die Bürger, Radwegenetze in der Metropolregion und landschaftliche Infrastrukturpläne für den Wiesengrund
  • FLUSS: vielfältige Nutzung des Regnitztales neben Überschwemmungsgebiet und Naturschutzgebiet

Zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten hat die historische Innenstadt die Chance, hinter dem Bahnhof sich weiter zu entwickeln. Die Trennung durch die bauliche Barriere Eisenbahn und Frankenschnellweg soll endlich überwunden werden. Auf dem unwirtlichen Großparkplatz wird mit der Landesgartenschau ein neuer Eingang zu Erlangen geschaffen. Dieser Ort soll später mit einer neuen „Regnitzstadt“ bebaut werden. Parken und ÖPNV werden neu geordnet und gestaltet.

Mit einer Brücke über die A73 wird eine sichtbare Verbindung zum Regnitzgrund hergestellt. Auf der Insel der Wöhrmühle soll sich ein neuer Erholungs- und Freizeitraum für die Erlanger Bürger entwickeln, der die Themen Wasser, Naturschutz und Themengärten umfasst. Dort soll auch der zentrale Veranstaltungsort sein, der wiederum verkehrsmäßig bestens angebunden ist. Der Regnitzgrund selbst ist dabei das Bindeglied zwischen Ost- und Weststadt.

Eine Landesgartenschau ist ein öffentlichkeitswirksames Ereignis, das auch viele Gäste anzieht und nachhaltig wirken soll. Es besteht die Möglichkeit, eine Vielzahl von Projekten zu initiieren und dies mit Fördermitteln umzusetzen. Nötige Infrastrukturprojekte, die man sowieso angegangen wäre, werden so mitgefördert (Synergieeffekte). Damit sollen Impulse für eine nachhaltige und umweltfreundliche Stadtentwicklung gesetzt werden.

Bürgerbeteiligung: Nachdem bisher die Bürger noch nicht eingebunden waren, sollen sie jetzt nach dem Zielkatalog der Bewerbung mit verschiedenen Schwerpunkten mitbeteiligt werden, um die konkreten Inhalte zu definieren. Dies ist ganz wichtig, unterstützen soll dies auch ein Freundeskreis. Eine Landesgartenschau ist heute keine Blümchenschau mehr, sondern eine individuelle Entwicklungsmaßnahme zur Wiedereroberung verlorener Flächen und Nutzungen und hier besonders des Talraumes der Regnitz nahe der Stadt. Konflikte mit widerstreitenden Nutzungen müssen dabei angegangen werden.

Insgesamt ist dies von der Größenordnung gut machbar: Der Wiesengrund in Erlangen ist 770 ha groß. Genutzt werden heute ca. 18 ha (= 2,4%). Zum Vergleich: In Fürth sind es an der Regnitzpromenade bereits 7,9%, in Hamburg an der Alster sind es etwa 15%. Das Ziel einer Nutzung von etwa 6-8% wäre durchaus in der Zukunft vorstellbar. Dabei würden auch die Plätze der Innenstadt entlastet werden.

Finanzierung: Die Investitionen werden auf ca. 15-16 Mio Euro geschätzt. Die Durchführung der Veranstaltungen wird dabei großteils von den Eintrittsgeldern gedeckt. Dazu erhält Erlangen den max. bayerischen Fördersatz von 3,6 Mio. Euro - dies hatten Ministerin Scharf zusammen mit Minister Herrmann zur Bergkirchweih beim CSU-Frühschoppen als „Geschenk“ im Gepäck! Eine gelungene Überraschung. Dies ist besonders erfreulich, da die ursprüngliche Anregung dazu von Altoberbürgermeister Dr. Balleis kam, weiter die CSU-Stadtratsfraktion den ersten Antrag zur Bewerbung im April 2013 stellte und die CSU das Thema als einzige Partei im kommunalen Wahlprogramm 2014 hatte.

Positive Beispiele: Bamberg ist ein positives Beispiel für die Wiederbelebung innerstädtischer Brachgebiete nahe der Regnitz mit der Domstadt. Dort wurde neu und dauerhaft begrünt und es wurden neue Wohnungen gebaut. Deggendorf ist ein weiteres gutes Beispiel für eine Landesgartenschau in einem Überschwemmungsgebiet direkt an der Donau. Dort wurde ein Hochwasserdamm errichtet, in dem man zugleich ein öffentliches Verkehrsmittel fahren lässt. Ferner wurde eine Brücke über die Donau geschaffen, die später für Radfahrer und Fußgänger nutzbar sein wird und es wurde in den Fischergärten hervorragend mit dem Thema Wasser umgegangen. Bayreuth als diesjährige Landesgartenschau widmet sich wiederum den Themen Blumenparks und Musik.

Für Erlangen können wir für eigene Ideen aus unserer lokalen Geschichte schöpfen: Werker und Wöhrmühle, Schöpfräder und Wasserkraftanlagen, alter Ludwigskanal und Flussbrücken, Flussbäder, Sandachsen und vieles mehr sowie heutige Wünsche nach Uferpromenaden mit Ausguck, Stegen, Terrassen oder Decks sowie Stadtstrand und ökologischer Umgang mit Natur  sollten uns zu mehr anregen.

Das Potential ist hoch! Gehen wir es an! Lasst uns Brücken bauen!

Die Landesgartenschau ist eine große städtebauliche Entwicklungschance für Erlangen in 2024, vielleicht in einer Metropolregion, die 2025 Kulturhauptstadt Europas sein könnte.

Pia Tempel-Meinetsberger
Stadträtin (2010 - 2017)

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„FAQs" zur Landesgartenschau

Ergänzung (Stand: 02.12.2016)

Zur vertiefenden Information hat die Stadt auch Antworten auf häufige Fragen zur Landesgartenschau veröffentlicht. Die Zusammenstellung ist im Internet unter www.erlangen.de/landesgartenschau abrufbar. Als Druckfassung liegt sie u.a. an der Infotheke im Rathaus, in der Stadtbibliothek, im Stadtmuseum, in der Volkshochschule sowie weiteren städtischen Einrichtungen aus.

Die Stadt Erlangen informiert zur Landesgartenschau 2024.

Hier ist der Link zu www.erlangen.de

 

Bewerbungsbroschüre Landesgartenschau 2024

Bewerbungsbroschüre Landesgartenschau 2024

 

CSU-Antrag Landesgartenschau

CSU-Antrag im April 2013.

Dr. Siegfried Balleis, Altoberbürgermeister

 

Staatsminister Joachim Herrmann, MdL

 

Parl. Staatssekretär Stefan Müller, MdB

 

Matthias Thurek

 

Landrat Alexander Tritthart

 

Hans Kurt Weller

 

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