Die Kommunalwahl 2026 markiert einen wichtigen politischen Wendepunkt für unsere Stadt: Die Stichwahl konnte gewonnen werden – die CSU stellt künftig wieder den Oberbürgermeister in Erlangen. Gleichzeitig konnte die CSU-Stadtratsfraktion ihre Sitze behaupten und bleibt erneut stärkste Fraktion im Erlanger Stadtrat. Dieses Ergebnis ist ein großer Erfolg und zugleich Ausdruck des Vertrauens vieler Bürgerinnen und Bürger in unsere Arbeit und unsere Kandidatinnen und Kandidaten.
Mit dem Wahlerfolg begannen allerdings auch unmittelbar die Herausforderungen. Denn trotz des Erfolges der CSU haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat nur geringfügig verändert. Nach wie vor war rechnerisch eine Mehrheit gegen die CSU möglich. Vor diesem Hintergrund starteten unmittelbar nach der Wahl intensive Gespräche mit den anderen Parteien im Stadtrat.
Die SPD erklärte bereits frühzeitig, dass sie sich künftig in der Opposition sehe und für eine Zusammenarbeit nicht zur Verfügung stehe. Insbesondere für eine mögliche Kooperation gemeinsam mit der FDP als notwendigem dritten Partner signalisierten die Sozialdemokraten keine Bereitschaft.
Anders entwickelten sich die Gespräche mit den Grünen. Dort gab es zwar interne Diskussionen und Auseinandersetzungen, die teilweise beinahe in Echtzeit über die Medien verfolgt werden konnten. Dennoch verliefen die Gespräche zwischen CSU und Grünen ernsthaft, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt.
Schließlich einigte man sich darauf, in konkrete Verhandlungen einzutreten. Auf der einen Seite die CSU mit 15 Stadträten und dem Oberbürgermeister, auf der anderen Seite die Grünen mit 12 Stadträten. Die Gespräche fanden damit auf Augenhöhe statt.
In den Verhandlungen gelang es, für die größten Problemfelder tragfähige Kompromisse zu finden. Gleichzeitig stellte sich in vielen Bereichen überraschend deutlich heraus, dass es auch in wichtigen Zukunftsfragen gemeinsame Positionen gibt – etwa bei der Verkehrsplanung, in der Sozialpolitik oder bei der Attraktivität unserer Innenstadt.
Besonders wichtig war den Grünen naturgemäß das Thema Umwelt- und Klimaschutz. Gleichzeitig trägt der ausgehandelte Kooperationsvertrag aber auch in vielen zentralen Punkten klar die Handschrift der CSU.
So wird der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zukunft des Standorts Erlangen eine hohe Priorität eingeräumt. Bei der Parkraumbewirtschaftung setzt die Vereinbarung auf einen stärkeren Fokus auf Parkhäuser sowie auf ein modernes Parkleitsystem. Eine Erhöhung der Gewerbesteuer wird ausgeschlossen. Vielmehr soll perspektivisch sogar versucht werden, Voraussetzungen für eine Senkung der Gewerbesteuer zu schaffen. Ebenso soll der Bürgerservice verbessert und die Dienstleistungsorientierung der Verwaltung – insbesondere gegenüber Gewerbebetrieben – spürbar und zeitnah gestärkt werden.
Am Ende konnte ein Kooperationsvertrag ausgearbeitet werden, der die Zustimmung der Mitglieder beider Parteien erhalten hat. Damit beginnt mit der konstituierenden Sitzung des Stadtrates am 12. Mai 2026 eine Zusammenarbeit, die in Erlangen politische Premiere feiert.
Für die CSU bedeutet dies große Verantwortung – aber auch die Chance, gemeinsam neue Impulse für unsere Stadt zu setzen und Erlangen wieder stärker auf Zukunft, Stabilität und wirtschaftliche Stärke auszurichten.
Christian Lehrmann, Vorsitzender CSU-Stadtratsfraktion