Mehr Bäume, weniger versiegelte Flächen, mehr Aufenthaltsqualität: Mit diesem Ziel gründen Stadträtin Sophia Schenkel, Fraktionskollege PD Dr. Tobias Fey und Max Brenner aus dem Kreisvorstand am 18. September den Verein „Mehr Stadtgrün erleben“. Über Spenden sollen künftig gezielt Begrünungsprojekte in der Erlanger Altstadt umgesetzt werden – dort, wo der Stadt selbst derzeit der finanzielle Spielraum fehlt.
Ein Thema mit Vorgeschichte
Schenkel hatte die Begrünung der Fußgängerzone bereits 2021 mit einem Antrag in den Stadtrat eingebracht. Aufgrund der damaligen Haushaltslage ließ sich der Vorstoß jedoch nicht umsetzen. Fünf Jahre später soll nun auf privatem Weg möglich werden, was kommunal bislang nicht gelang.
Hitze und Handel im Blick
Der Handlungsbedarf ist real: Nach einem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe aus dem Jahr 2024 ist mehr als die Hälfte der Erlanger Stadtfläche versiegelt – bei der Begrünung liegt die Stadt dagegen nur im Mittelfeld. Asphalt und Beton heizen sich im Sommer stark auf und geben die Wärme nur langsam wieder ab.
„Unser Ziel ist mehr Lebensqualität und eine Stärkung des lokalen Handels, denn Bäume und bepflanzte Flächen tragen maßgeblich zur Aufenthaltsqualität und zur Verbesserung des Stadtbildes bei“, erklärt Sophia Schenkel. Max Brenner ergänzt: „Ein attraktives Umfeld erhöht die Verweildauer und hält dem Wettbewerb mit dem Online-Handel stand.“
Konkrete Pläne für die Altstadt
Im Fokus steht zunächst die Fußgängerzone vom P&C-Gebäude in Richtung Altstädter Kirchplatz. Vorrang haben klassische Baumpflanzungen in Kombination mit einer „maßvollen“ Entsiegelung – nach Vorbild der unteren Karlstraße, wo Bäume mit Sitzgelegenheiten kombiniert wurden. Bei der Standortwahl sollen sogenannte Hitzeinseln ebenso eine Rolle spielen wie die Bedürfnisse des Handels; vorgesehen sind klimaresistente, pflegeleichte Gehölze.
Eigeninitiative statt Stillstand
„Der neue Verein setzt ein klares Zeichen für Eigeninitiative und bürgerschaftliches Engagement, um Erlangen durch gezielte Begrünung nachhaltig lebenswerter und zukunftsfähiger zu gestalten“, betont Tobias Fey. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt will die Initiative zentrale Zukunftsfragen der Stadtentwicklung nicht länger aufschieben.
Finanziert werden sollen die Projekte über Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und dem örtlichen Einzelhandel. Gespräche mit Wirtschaftsvertretern und Privatleuten laufen bereits, konkrete Zusagen stehen noch aus. Zunächst stehen die Vereinsgründung sowie die Information und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund. Langfristig soll die Beschaffung neuer Pflanzen als „Starthilfe“ dienen – Bewässerung und Pflege sollen später von der Stadt übernommen werden.
Weitere Informationen und Mitglied werden unter www.mehr-stadtgruen-erleben.de