Auf Einladung der JU-Kreisvorsitzenden Sophia Schenkel versammelten sich lokale Unternehmer zum Wirtschaftsfrühstück bei der HEITEC AG. Im Zentrum standen die Impulse von Bertram Brossardt, dem Hauptgeschäftsführer der vbw, die als zentrale, branchenübergreifende Interessenvertretung der bayerischen Wirtschaft agiert.
Inhaber der HEITEC-Gruppe Richard Heindl betonte zu Beginn, dass Erfolg auf Beharrlichkeit fußt. Am Beispiel der Tochtergesellschaft EMPIC verdeutlichte er, dass Innovationen oft lange Investitionsphasen erfordern: „Der Wille, für eine Vision zu kämpfen, ist heute das Fundament unseres Erfolgs und zeichnet den Standort Erlangen aus.“
Brossardt fand in seinem Eingangsstatement deutliche Worte zur aktuellen wirtschaftlichen Lage: „Wir müssen in Deutschland wieder die Ärmel hochkrempeln. Unser Sozialstaat ist in der aktuellen Form nicht zukunftsfest. Er braucht eine grundlegende Reform, die Arbeit belohnt und Eigenverantwortung stärkt.“ Trotz der guten Kennzahlen Erlangens warnte er vor Selbstzufriedenheit: „Erlangen steht auf dem Papier glänzend da, aber Papier ist geduldig. Wer sich im Wettbewerb der Kommunen behaupten will, darf den Anschluss nicht verlieren.“ Er mahnte an, dass insbesondere die lokale Haushaltspolitik kritisch hinterfragt werden müsse, um die Attraktivität des Standortes langfristig nicht zu gefährden.
In der anschließenden Diskussion machten Stadträtin Sophia Schenkel und Oberbürgermeisterkandidat Jörg Volleth deutlich: „Die Erhöhung der Grundsteuer ist ein fatales Signal. Sie macht nicht nur das Wohnen in Erlangen teurer und schwächt damit einen zentralen Standortfaktor für Fachkräfte, sondern trifft auch unsere Unternehmen überproportional. Wir müssen ein strukturelles Defizit durch eine ehrliche Prioritätensetzung beheben und nicht durch Steuererhöhungen.“
Abschließend unterstrich Brossardt, dass eine exzellente Betreuungsinfrastruktur heute ein unterschätzter Standortfaktor sei. Es darf nicht um reine „Verwahrung“ gehen. Echtes pädagogisches Fördern ist die Voraussetzung, um Kindern faire Startchancen zu ermöglichen und Eltern die Sicherheit zu geben, die sie für ihre Berufstätigkeit brauchen.